Workaholics – Wenn Arbeit das Leben beherrscht

Selten wird eine Sucht von der breiten Masse der Gesellschaft so sehr akzeptiert wie die Arbeitssucht oder der „Workaholism“. Früher als „Managerkrankheit“ verschrien, betrifft sie alle Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen. Zur Risikogruppe zählen vor allem Selbstständige und Angehörige der pflegenden und helfenden Berufe wie zum Beispiel Krankenpfleger, Ärzte oder Psychologen. Jedoch sind auch Menschen, die in sehr unsteten Berufen wie etwa im Journalismus tätig sind, sehr gefährdet. Angestellte mit festen Dienstzeiten sind weniger gefährdet.

Anzeichen einer Arbeitssucht

Da die Arbeitssucht in hohem Maße gesellschaftlich akzeptiert wird und in ihren ersten Stadien sogar mit Anerkennung und Wohlwollen quittiert wird, wird sie oft gar nicht oder sehr spät erkannt. Betroffene verzichten auf ihre Freizeit und stellen die Arbeit an die erste Stelle. Ihre Aufgaben erledigen sie mit höchster Perfektion. Meist erledigen sie Arbeit zuhause, sind ständig für ihre Firma erreichbar, arbeiten die Pausen hindurch und leisten unzählige Überstunden ab. Problematisch ist auch, dass für Arbeitssüchtige die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeiten oft nebensächlich ist, sodass sie viele von außen betrachtet sinnlose Arbeiten verrichten.

Verlauf der Arbeitssucht

Im Laufe ihrer Erkrankung zeigen Arbeitssüchtige zwei konträre Verhaltensweisen. Zuerst wird meist ununterbrochen und zwanghaft gearbeitet. Betroffene verbringen übermäßig viel Zeit mit der perfektionistischen Bearbeitung ihrer Aufgaben. Durch das pausenlose, perfektionistische Arbeiten verlernen sie, Prioritäten zu setzen und sich auf diese zu fokussieren. Selbst Unwichtigem wird viel Zeit gewidmet, wodurch immer mehr Aufgaben und Termine aufgeschoben werden. Der immer größer werdende Berg von zu Erledigendem führt zu großem Druck. Wird hingegen ein Projekt erfolgreich beendet, erleben Betroffene ein starkes Hochgefühl. Typisch ist es auch, dass sie sich in einer arbeitsfreien Zeit niedergeschlagen fühlen.

Psychische und physische Folgen der Arbeitssucht

Schlafstörungen, Burnout und sogar Depressionen können die Folge sein. Dass die Arbeitssucht sogar zum Tod führen kann, ist vor allem in Japan schon lange bekannt, wo es mit „Karoshi“ ein eigenes Wort für den Tod durch übermäßiges Arbeiten gibt. Meist wird „Karoshi“ ausgelöst durch Herzversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Oft ist die Arbeitssucht aber nicht das einzige krankhafte Verhalten der Betroffenen. Häufig gehen Alkohol- und Arbeitssucht Hand in Hand. Viele Süchtige zeigen ein gestörtes Ess-, Einkaufs- oder Sexualverhalten. Die Heilungschancen stehen schlechter als etwa bei einer Alkoholsucht.

Auswirkungen der Arbeitssucht

Arbeitssüchtige koppeln ihr Selbstbewusstsein stark an ihre Arbeitsleistungen. Durch das Erreichen von einem immer höheren Arbeitspensum wird das Selbstwertgefühl erhöht. Trotz dessen, dass der Betrieb anfangs vom Arbeitssüchtigen profitiert, sorgt er später durch häufige Krankenstände, Nichteinhaltung von Terminen und häufigen Fehlentscheidungen für Ärger, was zur Entlassung führen kann. Dass enorm viel Zeit in die Arbeit investiert wird, hat zur Folge, dass freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehungen zerstört werden oder stark an Wertigkeit verlieren. Körperliche Beschwerden, Angstzustände, Depressionen oder Suizidversuche können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Arbeitssüchtige gehen häufiger in Frühpension und sterben häufig einen vorzeitigen Tod.

Quellen: Wikipedia: ArbeitssuchtDie Zeit: Arbeitssucht

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