Beruf und Depression – Welche Jobs uns krank machen

Forscher der medizinischen Universität Cincinnati rund um den Psychiater Lawson Wulsin untersuchten in einer 2014 erschienenen Studie, welche Berufsgruppen das höchste Risiko aufweisen, an Depressionen zu erkranken. Von 2001 bis 2005 wurden die Daten von etwa 215.000 erwachsenen Erwerbstätigen, die in 55 verschiedenen Berufsgruppen im US-Bundesstaat Pennsylvania arbeiten, untersucht. Als depressiv galt in der Studie jeder, der im untersuchten Zeitraum mindestens zwei Mal medizinische Hilfe aufgrund größerer depressiver Störungen in Anspruch nahm. Laut Angaben des National Institute of Mental Health leiden etwa 6,7% aller US-Amerikaner an Depressionen. Dies bedeutet, dass über 20 Millionen Menschen mit den Symptomen einer Depression zu kämpfen haben. Experten schätzen, dass US-Firmen die fehlende Produktivität, verursacht durch Depressionen der Mitarbeiter, etwa 80 Milliarden Dollar jährlich kostet. Unter den vielen Risikofaktoren, die eine Depression begünstigen, spielt auch der Beruf eine große Rolle.

Die 10 Berufsgruppen mit dem höchsten Depressions-Risiko

10. Journalisten, Verleger und Autoren (12,4%)

9. Waren- oder Wertpapierhändler (12,6%)

8. Angestellte in Parteien, Vereinen, Gewerkschaften etc. (13%)

7. Beschäftigte im Umweltschutz (13,2%)

6. Juristen (13,3%)

5. Personaldienstleister (14%)

4. Industriearbeiter (14,3%)

3. Sozialarbeiter (14,2%)

2. Immobilienmakler (15%)

1. Beschäftigte im Nah- und Fernverkehr (16,2%)

 

Wenig körperliche Arbeit und schwieriger Kundenkontakt als Risikofaktoren

Auffällig ist, dass Berufsgruppen, die wenig oder gar keine körperlichen Tätigkeiten verrichten und schwierige Interaktionen mit anderen Menschen oder der Öffentlichkeit haben, ein höheres Risiko aufweisen, an Depressionen zu erkranken. Wie in der unten stehenden Grafik zu sehen ist, sind Kohlearbeiter und Beschäftigte in der Metallindustrie weniger krankheitsgefährdet als etwa Sozialarbeiter oder Juristen. Eine Ausnahme bilden Industriearbeiter, die auf Platz 4 der Rangliste liegen. Da die Studie ausschließlich im Westen Pennsylvanias durchgeführt wurde, ist nicht nachweisbar, inwiefern sich die Ergebnisse auf andere Länder und Kontinente anwenden lassen. Auch konnten die verschiedenen Ursachen der Depressionen nicht ausgewertet werden, da alle verwendeten Daten von einem Versicherungsunternehmen zur Verfügung gestellt wurden. Faktoren wie Zeit- und Leistungsdruck, zu wenig Erholung, zu lange Arbeitszeiten und viele Überstunden, sowie permanente Verfügbarkeit bestimmen laut Experten maßgeblich mit, ob ein Job Depressionen begünstigt.

 

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Quelle: http://blogs.discovermagazine.com/neuroskeptic/2014/06/10/americas-depressing-jobs/#.V5Yr79lv6M9

 

 

 

 

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